Fallbeispiel: Laura (16) und die Last auf ihren Schultern
Hintergrund:
Laura ist 16 Jahre alt und besucht die Oberstufe. Sie fühlt sich oft überfordert, hat Schlafprobleme und zieht sich von ihren Freunden zurück. Ihre Eltern bemerken, dass sie angespannt und schnell gereizt ist. In einer schulischen Beratungsstunde spielt sie „Das Gewicht auf meinen Schultern“.
Spielbeginn – Ziehen der Holzplättchen
Laura zieht sechs Naturholzplättchen, die für ihre aktuellen Belastungen stehen:
1️⃣ Schule – „Ich habe ständig Druck, gute Noten zu schreiben.“
2️⃣ Freundschaft – „Meine beste Freundin distanziert sich, und ich weiß nicht, warum.“
3️⃣ Selbstbewusstsein – „Ich zweifle oft an mir und habe Angst, nicht gut genug zu sein.“
4️⃣ Liebeskummer – „Mein erster Freund hat mich verlassen, das tut weh.“
5️⃣ Versagensangst – „Ich habe Angst, in Prüfungen zu versagen und meine Zukunft zu verbauen.“
6️⃣ Mobbing – „Ich fühle mich manchmal ausgeschlossen und nicht dazugehörig.“
Sortieren der Rucksäcke
Laura teilt die Plättchen in drei Kategorien ein:
🔴 Schwer belastend: Schule, Versagensangst, Selbstbewusstsein
🟡 Mittelschwer: Freundschaft, Liebeskummer
🟢 Leicht belastend: Mobbing (weil sie gelernt hat, es zu ignorieren)
Während sie die Themen sortiert, wird ihr bewusst, dass sie sich oft selbst unter Druck setzt und sich viele ihrer Sorgen überschneiden.
Reflexion & Lösungsansätze
Mit Hilfe der Beratung bespricht Laura:
✅ Schule & Versagensangst: Sie erkennt, dass Perfektionismus sie blockiert. Sie plant, ihre Lernzeiten bewusster zu strukturieren und Pausen einzuplanen.
✅ Selbstbewusstsein & Freundschaften: Sie reflektiert, wie sie sich selbst sieht, und übt, bewusster positive Dinge an sich wahrzunehmen.
✅ Liebeskummer: Sie erkennt, dass es in Ordnung ist, traurig zu sein, aber auch, dass dieser Schmerz vorübergeht.
✅ Mobbing: Sie überlegt, ob sie sich in einer neuen Gruppe wohler fühlen könnte und sucht gezielt nach positiven sozialen Kontakten.
Fazit:
Laura erkennt durch das Spiel, welche Belastungen sie unbewusst mit sich trägt. Sie versteht, dass manche Rucksäcke schwerer wiegen als andere – aber dass sie nicht alles alleine tragen muss. Durch das Sortieren und Besprechen fühlt sie sich leichter und gestärkter.
💡 Anwendungsbereich:
Dieses Fallbeispiel zeigt, wie das Spiel gezielt genutzt werden kann, um schwierige Themen sichtbar zu machen und Jugendlichen (oder Erwachsenen) einen ersten Schritt in Richtung Entlastung und Selbstreflexion zu ermöglichen.